Dienstag, 8. November 2011

Ein wunderbarer Tag.

Gestern waren wir auf einer Hochzeit in Tirunelveli eingeladen. Da die Hochzeit nur in kleinem Rahmen abgehalten wurde, war sie nicht so aufregend wie erwartet und überhaupt kein Vergleich zu den Bollywoodfilmen. Trotzdem war es ein wunderbarer Tag!
Gleich in der Früh ging es mit dem Kleinbus los, nur Traude, Vishu und wir Freiwilligen. Dort wurden wir dann von Freunden des Brautpaars in deren Haus zu Tee und Snacks eingeladen. Zusammen gingen wir dann in den nahen Tempel, wo die Hochzeit abgehalten wurde und danach weiter in eine Art „Hochzeitshalle“ um Mittag zu essen. Den Nachmittag verbrachten wir Freiwilligen dann in DEM indischen Shoppingtempel (was für uns der eigentliche Höhepunkt des Tages war). Dieser bietet 3 Stockwerke vollgestopft mit indischem Gewand, Unterwäsche, Kosmetikprodukten, Stoffen und Indern, Indern, Indern.
Hier in Indien ist soetwas „westliches“ wie ein Einkaufscenter eine wahre Attraktion! Die waren wir Weißhäutigen allerdings auch recht bald! Jeder wollte mit uns reden, uns bedienen unsere Namen wissen. Kinder wollten uns anfassen und ich wurde von mehreren Familien zu ihnen nach Hause eingeladen. Wir verbrachten Stunden damit Chuditas zu probieren, Hemden aus zu suchen und uns Sari Stoffe zeigen zu lassen. Ich war, wie anzunehmen war, überaus erfolgreich :D Total erschöpft, mit müden Beinen, aber einem Chudita, zwei Oberteilen, zwei Hemden und einem Sari in der Tasche gings danach wieder nach Hause.

Auf der der fast 2 stündigen Heimfahrt waren wir alle so gut gelaunt, dass wir ohne Unterbrechung sangen. Jedem dem ein Lied einfiel stimmte es an und so vermischten wir indische Mantras mit österreichischer Chart-Musik und alten Schlagern. Die Stimmung war so ausgelassen, es war einfach perfekt.
Als es schon dunkel wurde legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in einem Tempel ein um den dort lebenden Elefanten Vali zu füttern. Dieses prächtige Tier ist trotz seiner Größe und Stärke so einfühlsam und intelligent,... ich war ganz sprachlos! Die Bananen die wir ihm gaben, konnte er mühelos nur mit seinem Rüssel schälen. Und auch von den Ästen pickte er sich nur die besten Blätter herunter. Als ich vor ihn trat, legte er mir ganz sanft seinen Rüssel auf den Kopf, wie um sich zu bedanken.

Tage wie dieser, an denen alles passt und man rundum glücklich ist, gibt es in letzter Zeit viele!